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Besenschrank organisieren: So bringen Sie System in enge Abstellräume

Von Mara Vogt, Redaktion

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Besenschrank organisieren: So bringen Sie System in enge Abstellräume

Ein Besenschrank ist selten größer als eine halbe Türbreite, muss aber Besen, Staubsauger, Wischmopp, Putzeimer und ein Dutzend Sprühflaschen aufnehmen – meist alles auf einmal, ohne System. Das Ergebnis: Man kramt jedes Mal alles heraus, um an die eine Flasche Glasreiniger zu kommen, die ganz hinten steht. Mit ein paar gezielten Handgriffen und der richtigen Aufteilung wird aus dem Chaos ein Abstellraum, in dem jeder Gegenstand einen festen Platz hat und auf einen Blick zu finden ist.

Bestandsaufnahme: Was muss wirklich in den Schrank?

Bevor irgendetwas eingeräumt wird, lohnt sich ein kompletter Rückbau. Alles aus dem Schrank holen, Boden und Wände abwischen, und dann jeden Gegenstand einzeln bewerten. Bei Reinigungsmitteln fällt dabei oft schon die halbe Menge weg: Flaschen, die seit Jahren ungeöffnet in einer Ecke stehen, Proben aus dem Drogeriemarkt, drei angebrochene Fensterreiniger, weil der alte „verschwunden" war.

Eine ehrliche Faustregel: Wer ein Reinigungsmittel seit über einem Jahr nicht angerührt hat, braucht es vermutlich nicht mehr. Ausnahmen sind Spezialprodukte, die nur selten zum Einsatz kommen, etwa Fugenreiniger oder ein stark alkalischer Backofenreiniger. Diese dürfen bleiben, sollten aber ganz bewusst einen eigenen, gekennzeichneten Platz bekommen, statt zwischen den täglich genutzten Mitteln zu verschwinden.

Bei der Aussortierung gilt außerdem: Reste unterschiedlicher Reiniger niemals in einer Flasche zusammenschütten. Das ist nicht nur unübersichtlich, sondern bei manchen Kombinationen – etwa chlor- und säurehaltigen Produkten – auch gefährlich, weil sich reizende Gase bilden können. Im Zweifel lieber getrennt aufbewahren oder die Reste über den Hausmüll beziehungsweise Wertstoffhof entsorgen, wie es die Verbraucherzentrale für Chemikalien im Haushalt empfiehlt.

Zonen statt Gerümpel: die Aufteilung im Schrank

Ein enger Abstellraum funktioniert am besten, wenn er in klare Zonen unterteilt wird, statt als eine große Ablagefläche behandelt zu werden. Bewährt hat sich eine Einteilung nach Nutzungshäufigkeit und Gerätetyp:

Bodenzone für Geräte. Staubsauger, Besen, Wischmopp und Kehrschaufel gehören nach unten, idealerweise an die Rückwand oder in eine Ecke, wo sie nicht ständig umfallen. Ein einfacher Wandhalter mit Klemmvorrichtung, wie er für Besenstiele im Baumarkt erhältlich ist, verhindert, dass die Stiele quer durch den Schrank kippen und beim Türöffnen alles andere mitreißen.

Mittlere Zone für den täglichen Bedarf. Auf Kniehöhe bis Augenhöhe kommen die Reinigungsmittel, die regelmäßig gebraucht werden: Allzweckreiniger, Glasreiniger, Schwämme, Mikrofasertücher. Diese Zone sollte am leichtesten erreichbar sein, weil sie am häufigsten geöffnet wird.

Obere Zone für Vorräte und Seltenes. Nachfüllpackungen, Ersatzbeutel für den Staubsauger, selten genutzte Spezialreiniger. Was oben steht, sollte in Kisten oder Boxen sortiert sein, damit man nicht jedes Mal eine Räumaktion starten muss, um an das gesuchte Teil zu kommen.

Wer eine Tür mit ausreichend Abstand zum ersten Regalbrett hat, gewinnt zusätzlichen Stauraum durch eine Türrückseiten-Halterung mit mehreren Fächern. Dort lassen sich flache Gegenstände wie Handschuhe, kleine Sprühflaschen oder Tücherpackungen unterbringen, ohne dass sie im Hauptraum des Schranks Platz wegnehmen.

Mehrere Besen mit unterschiedlich farbigen Stielen sind ordentlich an einem Gitterrahmen an der Wand aufgehängt.

Reinigungsmittel richtig sortieren und sichern

Reinigungsmittel brauchen mehr Aufmerksamkeit als reine Stauraum-Logik, weil viele von ihnen ätzend, reizend oder in Kombination gefährlich sind. Ein paar Grundsätze machen den Unterschied zwischen einem praktischen Schrank und einem Risiko.

Nach Anwendungsbereich statt nach Marke gruppieren

Statt Flaschen nach Herstellern zu ordnen, ist eine Sortierung nach Einsatzbereich sinnvoller: Bad, Küche, Böden, Glas, Spezialreiniger. Kleine Körbe oder ausrangierte Schuhkartons, mit einem Etikett versehen, halten die Gruppen zusammen und lassen sich bei Bedarf als Ganzes herausnehmen – praktisch, wenn man mit dem Putzkorb durch die Wohnung zieht.

Kindersicherung ernst nehmen

In Haushalten mit kleinen Kindern gehört der Besenschrank zu den unterschätzten Gefahrenquellen. Viele Reiniger sind stark reizend oder ätzend, und Kinder greifen instinktiv nach bunten Flaschen. Ein einfaches Schrankschloss oder ein Sicherheitsriegel für Kinder, wie ihn Babyfachgeschäfte und Baumärkte anbieten, ist eine der günstigsten Sicherheitsmaßnahmen im ganzen Haushalt. Alternativ können konzentrierte oder aggressive Mittel auf ein oberes Fach außerhalb der Reichweite von Kindern wandern, während unten nur unbedenkliche Dinge wie Ersatzschwämme oder Tücher stehen.

Wie sich Trennsysteme auch in anderen Bereichen der Wohnung sinnvoll einsetzen lassen, erklärt Badezimmerschränke mit Trennsystemen organisieren: So bleibt Ordnung im Alltag bestehen.

Originalverpackung und Etiketten erhalten

Reinigungsmittel sollten grundsätzlich in ihrer Originalflasche mit lesbarem Etikett bleiben. Das Umfüllen in leere Getränkeflaschen ist eine der häufigsten Ursachen für Vergiftungsunfälle im Haushalt, weil die Verwechslungsgefahr enorm steigt. Ist ein Etikett verblasst oder abgelöst, lieber neu beschriften als raten.

Trennung von Lebensmitteln und Kochutensilien

Steht der Besenschrank in der Küche direkt neben der Speisekammer, sollte zwischen Reinigungsmitteln und Lebensmitteln immer eine bauliche oder zumindest klare räumliche Trennung bestehen – separate Fächer, besser noch ein eigener Schrank. Dampf, Gerüche und die Möglichkeit einer Verwechslung sprechen dagegen, beides nebeneinander offen zu lagern.

Platzsparende Systeme für sehr schmale Abstellräume

Nicht jeder Abstellraum hat Platz für Regalbretter. Bei einer Tiefe von 30 bis 40 Zentimetern, wie sie in vielen Altbauwohnungen und manchen Neubauten üblich ist, helfen andere Tricks:

  • Ausziehbare Schienen oder Rollwagen: Ein schmaler Rollcontainer mit zwei bis drei Ebenen lässt sich komplett aus dem Schrank ziehen. Das ist besonders praktisch, wenn der Schrank so eng ist, dass man mit dem Oberkörper nicht hineinpasst, um etwas vom Boden zu heben.
  • Haken statt Ablagen: Sprühflaschen mit Griff lassen sich an Haken aufhängen statt stehend zu lagern. Das schafft am Boden zusätzliche Fläche für Eimer oder den Staubsaugerkopf.
  • Magnetleisten für kleine Metallgegenstände wie Ersatzklingen von Fensterabziehern oder Schraubverschlüsse von Sprühkopf-Systemen.
  • Vertikale Trenner aus Draht oder Kunststoff, die ursprünglich für Backbleche gedacht sind, eignen sich gut, um Wischmopp, Handbesen und Kehrschaufel senkrecht stehend zu trennen, statt sie lose aneinanderzulehnen.

Wenn der Schrank keine feste Verkabelung für Licht hat, ist ein batteriebetriebenes LED-Klebeleuchten-System eine der unterschätztesten Verbesserungen. In einem fensterlosen, engen Abstellraum sieht man sonst oft nicht, was in der hinteren Ecke steht – und genau dort sammelt sich erfahrungsgemäß am meisten Unnötiges an.

Ordentlich aufgereihte schwarze Kosmetikflaschen mit Etiketten auf einem Holzregal.

Ähnliche Prinzipien lassen sich auch bei anderen Möbeln anwenden, wie unser Beitrag Schränke hinter Türen mit Körben und Boxen organisieren zeigt.

Feuchtigkeit, Gerüche und Schimmel im Abstellraum vermeiden

Besenschränke liegen oft an Außenwänden oder in schlecht belüfteten Fluren, und ein feuchter Wischmopp, der nass in die Ecke gestellt wird, sorgt zuverlässig für muffigen Geruch. Auf Dauer kann sich in solchen Nischen sogar Schimmel bilden, besonders wenn die Wand kühl ist und die Luft im Schrank kaum zirkuliert.

Ein paar einfache Gewohnheiten beugen vor:

  • Wischmopp und Lappen vor dem Wegräumen möglichst gut auswringen und, wenn Platz vorhanden ist, kurz an der Luft antrocknen lassen, statt sie tropfnass in den geschlossenen Schrank zu stellen.
  • Den Schrank regelmäßig, etwa einmal im Monat, kurz offenstehen lassen und stoßlüften, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Das Umweltbundesamt weist allgemein darauf hin, dass Feuchtigkeit und mangelnder Luftaustausch die Hauptursachen für Schimmelbildung in Innenräumen sind.
  • Eimer umgedreht lagern, damit sich am Boden kein Restwasser sammelt.
  • Bei anhaltendem Modergeruch trotz Lüftens die Rückwand und Dichtungen auf Feuchtigkeitsspuren prüfen – das kann auch auf ein bauliches Problem wie eine undichte Stelle hindeuten, das über reines Aufräumen hinausgeht.

Ordnung halten: das kleine Wartungsritual

Ein frisch organisierter Schrank verwahrlost erfahrungsgemäß innerhalb weniger Wochen wieder, wenn keine Routine dahintersteht. Es hilft, sich einen festen, kurzen Check anzugewöhnen: einmal im Monat, am besten gekoppelt an einen ohnehin fälligen Großputz, kurz durch den Schrank schauen, leere Flaschen aussortieren, verrutschte Körbe zurückstellen. Das dauert selten länger als fünf Minuten, verhindert aber, dass sich wieder ein Berg aus halbleeren Sprühflaschen ansammelt.

Wer öfter Besuch hat oder den Schrank mit Mitbewohnern teilt, profitiert zusätzlich von kleinen Beschriftungen an den Fächern oder Körben. Das klingt nach viel Aufwand für einen Besenschrank, spart aber genau die Situation, in der jemand fragt, wo der Badreiniger steht, und am Ende doch wieder alles durchsucht wird.

Häufig gestellte Fragen

Wie tief sollte ein Regalbrett im Besenschrank mindestens sein, um Reinigungsmittel sinnvoll zu lagern? Für stehende Flaschen reichen häufig schon 20 bis 25 Zentimeter Tiefe. Wichtiger als die Tiefe ist meist der Abstand zwischen den Böden: Sprühflaschen mit aufgesetztem Sprühkopf brauchen deutlich mehr Höhe als liegende Nachfüllpacks.

Dürfen Reinigungsmittel und Lebensmittel im selben Schrank stehen, wenn sie räumlich getrennt sind? Eine strikte räumliche Trennung mit einem eigenen, gut schließendem Fach ist grundsätzlich möglich, ein separater Schrank ist aber vorzuziehen. Vor allem bei stark riechenden oder flüchtigen Reinigungsmitteln besteht sonst das Risiko, dass Gerüche auf Lebensmittel übergehen.

Wie entsorgt man alte, nicht mehr benötigte Reinigungsmittel richtig? Kleine Restmengen können in der Regel stark verdünnt über den Abfluss oder Hausmüll entsorgt werden, größere Mengen oder Spezialreiniger mit Gefahrensymbolen gehören zum Wertstoffhof beziehungsweise zur Schadstoffsammelstelle der Kommune. Details und lokale Anlaufstellen listet die Verbraucherzentrale.

Wie verhindere ich, dass der Wischmopp im Schrank muffig riecht? Den Mopp vor dem Verstauen gründlich auswringen, wenn möglich kurz an der Luft trocknen lassen und den Schrank regelmäßig lüften. Ein Wandhalter, der den Moppkopf vom Boden fernhält, verbessert die Luftzirkulation zusätzlich.

Lohnt sich eine Kindersicherung auch, wenn aktuell keine kleinen Kinder im Haushalt leben? Bei Besuch von Enkeln, Nichten, Neffen oder Nachbarskindern ist ein einfaches Schrankschloss trotzdem eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme, da man den Zugang zu ätzenden oder reizenden Mitteln nie ganz ausschließen kann, solange sie im Haus sind.

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