Der Schrank über dem Kühlschrank: Mit Auszügen und Trennern endlich organisiert

Der Schrank über dem Kühlschrank ist in den meisten Küchen die am schlechtesten genutzte Fläche überhaupt. Er sitzt zu hoch für den täglichen Griff, ist oft zu tief, um den Inhalt auf einen Blick zu erfassen, und endet deshalb als Abstellplatz für Dinge, die irgendwann dort hochgereicht und nie wieder gesehen wurden. Mit ausziehbaren Körben, durchdachten Kunststoff-Trennern und einer klaren Zonenaufteilung lässt sich dieser Raum aber in einen funktionierenden Lagerort für Backformen, Einmachgläser und selten gebrauchte Küchengeräte verwandeln – vorausgesetzt, man plant die Aufteilung vor dem Einräumen und nicht danach.
Warum ist der Schrank über dem Kühlschrank so schwer zu nutzen?
Der Hauptgrund ist die Kombination aus Höhe und Tiefe: Alles, was weiter hinten steht, ist von unten weder sichtbar noch ohne Tritthocker erreichbar. Zusätzlich strahlt der Kühlschrank Wärme ab, was den Schrank für hitzeempfindliche Lebensmittel ungeeignet macht.
Deshalb eignet sich dieser Bereich grundsätzlich nicht für Dinge, die man täglich braucht oder die hitzeempfindlich sind – Öle, Gewürze oder Schokolade sollten woanders stehen. Er eignet sich dafür hervorragend für sperrige, aber leichte Gegenstände, die man nur gelegentlich holt: Kuchenformen, das Fondue-Set, Einmachgläser, die Saftpresse oder die große Auflaufform für Feiertage. Das Ziel ist nicht, den Schrank „normal" nutzbar zu machen, sondern ihn für genau diese Kategorie von Gegenständen zu optimieren – mit Hilfsmitteln, die das Herausziehen statt das Hineingreifen übernehmen.

Ausziehbare Körbe als Basis: Welcher Schubladentyp passt zu welcher Nutzung?
Ausziehbare Körbe lösen das Grundproblem, dass man bei einem tiefen, hohen Schrank nicht sieht und nicht greift, was hinten steht. Sie holen den gesamten Inhalt nach vorne, statt dass man sich danach bückt oder streckt und blind tastet.
Für Schränke über dem Kühlschrank kommen grundsätzlich drei Lösungen infrage:
- Nachrüstbare Drahtkörbe oder Kunststoffschubladen mit Teleskopauszug: Sie werden auf vorhandene Böden montiert oder ersetzen diese. Der Vorteil ist die Flexibilität – man kann die Korbhöhe an den Inhalt anpassen, etwa eine niedrige Schublade für Gläser und eine höhere für Backformen.
- Vollauszüge aus dem Küchenstudio: Wer ohnehin eine neue Küche plant oder diesen Schrankteil austauschen lässt, kann stabilere, auf das Schranksystem abgestimmte Vollauszüge bestellen. Sie tragen in der Regel mehr Gewicht und laufen ruhiger, sind aber auch die teurere Lösung.
- Einfache Ausziehplatten oder -böden ohne Seitenwände: Sie funktionieren wie ein Tablett, das man herausfährt. Für leichte, formstabile Gegenstände wie Backformen reicht das oft aus, für lose Kleinteile wie Deckel oder Förmchen braucht es zusätzlich einen Rand oder eine Kunststoffbox darauf.
Bei der Wahl zählt vor allem die Traglast: Einmachgläser, mit Inhalt gefüllt, sind überraschend schwer. Prüfen Sie vor dem Kauf eines Auszugs die vom Hersteller angegebene maximale Belastbarkeit und rechnen Sie das tatsächliche Gewicht Ihrer vollen Gläser grob nach, bevor Sie den Korb damit bestücken. Ein zu schwach dimensionierter Auszug senkt sich mit der Zeit ab oder lässt sich nicht mehr leichtgängig bewegen.
Wie sich Auszüge und Trenner auch in ganz anderen Möbeln bewähren, zeigt unser Beitrag Schränke unter dem Waschtisch sinnvoll strukturieren: Behälter und Trenner richtig einsetzen.
Wie tief sollten die Körbe sein?
Messen Sie die Innentiefe des Schranks aus, bevor Sie einen Auszug bestellen – Schränke über Kühlschränken sind je nach Küchenhersteller unterschiedlich tief, und ein zu langer Auszug stößt an die Rückwand oder lässt sich nicht vollständig schließen. Notieren Sie sich zusätzlich die Höhe zwischen den vorhandenen Böden, falls Sie diese nicht versetzen wollen, denn das begrenzt die maximale Höhe der Gegenstände, die Sie dort unterbringen können.
Kunststoff-Trenner: Wie man ein Durcheinander in Zonen verwandelt
Trenner sorgen dafür, dass sich Gegenstände innerhalb eines Korbs nicht gegenseitig verschieben, verschachteln oder umkippen, wenn der Auszug bewegt wird. Ohne sie wandert alles beim Öffnen und Schließen nach vorne und verkeilt sich.
Für die typischen Inhalte dieses Schranks eignen sich unterschiedliche Trennertypen:
| Trennertyp | Geeignet für | Vorteil | Grenze |
|---|---|---|---|
| Verstellbare Steckwände (Kunststoff oder Acryl) | Backbleche, Kuchenformen, Schneidebretter | Lassen sich je nach Formbreite neu positionieren | Brauchen einen Korb mit glatter, ebener Bodenfläche |
| Rutenhalter / vertikale Fächer | Hochformate wie Tortenplatten, Deckel von Auflaufformen | Nutzen die Höhe des Schranks sinnvoll aus | Ungeeignet für lose, kleine Teile |
| Kunststoff-Stapelboxen mit Deckel | Einmachgläser, Dosierbecher, kleine Ausstechformen | Staubdicht, einzeln herausnehmbar, beschriftbar | Nehmen selbst Platz weg, lohnt sich nur bei vielen Kleinteilen |
| Rutschfeste Gittermatten als Unterlage | Lose Gläser ohne Kiste, rundliche Gegenstände | Verhindert Kippeln und Klappern beim Ausziehen | Löst das Problem der Zuordnung nicht, nur das der Stabilität |
| Korbeinsätze mit Fächerunterteilung | Deckel, Gummiringe, kleine Zubehörteile für Einmachgläser | Hält Kleinteile beieinander, die sonst im Korb verschwinden | Muss zur Korbgröße passen, sonst wackelt der Einsatz |
Die Kombination macht den Unterschied: ein Auszug mit verstellbaren Steckwänden vorne für die Backformen und einer Reihe Stapelboxen dahinter für Kleinteile deckt die meisten Haushalte ab, ohne dass man für jede Gegenstandsart ein eigenes System kaufen muss.
Backutensilien, Einmachgläser und Co.: Wie teilt man den Schrank sinnvoll auf?
Die Aufteilung funktioniert am besten nach Zugriffshäufigkeit und Gewicht, nicht nach Kategorie allein. Schwere, selten gebrauchte Dinge gehören so weit hinten und so niedrig wie möglich im Schrank, leichtere und etwas häufiger benötigte Gegenstände weiter vorne oder in den oberen Auszug.
Backutensilien: Flache Formen wie Backbleche, Kastenformen und Ausstechformen lassen sich am besten stehend in einer Steckwand-Sortierung verstauen, ähnlich wie Teller in einem Geschirrständer. Das spart Höhe und macht jede Form einzeln greifbar, ohne dass man den ganzen Stapel umschichten muss. Runde Springformen stapelt man dagegen liegend ineinander, am besten nach Größe sortiert, mit der größten unten.
Einmachgläser: Leere, saubere Gläser für die nächste Einmachsaison kommen am besten kopfüber in einen niedrigen, breiten Auszug – das verhindert, dass sich Staub im Inneren sammelt, und macht sie trotzdem leicht zu zählen. Befüllte Gläser mit Eingemachtem sind deutlich schwerer und sollten, wenn sie überhaupt hier und nicht in einem kühleren Vorratsraum gelagert werden, nur in einem für das Gewicht ausgelegten Vollauszug stehen, am besten in einer Reihe statt gestapelt, damit nichts gegen die Deckel drückt.
Seltener verwendete Geräte: Dinge wie der Eierkocher, das Raclette-Set oder die Entsafterkanne wandern in den hintersten, am schwersten erreichbaren Teil des Schranks. Da sie ohnehin nur ein paarmal im Jahr herausgeholt werden, ist der etwas größere Aufwand hier verschmerzbar – anders als bei Gegenständen, die man monatlich braucht.
Für den Kühlschrank selbst liefert Kühlschrank-Organizer richtig anordnen: So entsteht endlich Übersicht weitere praktische Ansätze zur Aufteilung.
Wie beschriftet man die Körbe sinnvoll?
Eine einfache Beschriftung an der Front des Auszugs, etwa mit einem Etikett oder einer Kreidetafel-Folie, erspart das Herausziehen aller Körbe auf der Suche nach einem Gegenstand. Das lohnt sich besonders, wenn mehrere Personen im Haushalt kochen oder backen, da nicht jeder dieselbe gedankliche Ordnung im Kopf hat wie derjenige, der den Schrank eingeräumt hat.
Montage und Sicherheit: Worauf muss man bei der Nachrüstung achten?
Beim Nachrüsten von Auszügen in einem bestehenden Schrank über dem Kühlschrank zählt vor allem die Befestigung der Laufschienen – sie müssen auf tragfähigem Material verschraubt werden, nicht nur in dünnem Rückwandmaterial, da sonst der gesamte Auszug bei Belastung kippt oder aus der Verankerung reißt.
Prüfen Sie zusätzlich den Abstand zur Küchenlüftung: Viele Einbaukühlschränke haben eine Abluftöffnung im oberen Bereich, die nicht verdeckt werden darf. Wird diese Öffnung durch zu tief montierte Körbe oder durch hineinragende Gegenstände blockiert, kann der Kühlschrank nicht mehr richtig entlüften und läuft ineffizienter. Ein Blick in die Bedienungsanleitung des Geräts zeigt, ob und wo eine solche Öffnung vorhanden ist.
Wer sich die Montage nicht zutraut oder unsicher ist, ob die vorhandene Schrankkonstruktion das Zusatzgewicht trägt, sollte einen Küchenmonteur oder das Küchenstudio hinzuziehen, bei dem die Küche ursprünglich gekauft wurde – viele bieten Nachrüstungen auch für bestehende Küchen an.

Häufig gestellte Fragen
Wie hoch darf ein Schrank über dem Kühlschrank mit Gegenständen beladen werden, bevor es gefährlich wird?
Es gibt keinen pauschalen Grenzwert, da die zulässige Last von der Konstruktion des jeweiligen Schranks und der verwendeten Auszüge abhängt. Orientieren Sie sich an der vom Hersteller des Auszugs angegebenen Traglast und verteilen Sie schwere Gegenstände wie gefüllte Einmachgläser gleichmäßig, statt sie auf einer Seite zu konzentrieren.
Sind Kunststoff-Einmachgläser oder Lebensmittel in Plastikbehältern über dem Kühlschrank sicher, wenn es dort wärmer ist?
Wärme, die der Kühlschrank nach oben abgibt, kann die Haltbarkeit hitzeempfindlicher Lebensmittel und mancher Kunststoffverpackungen beeinträchtigen. Leere, saubere Einmachgläser sind unproblematisch, befüllte Vorräte lagert man besser an einem kühleren, möglichst dunklen Ort, etwa in der Speisekammer oder im Keller.
Lohnt sich ein nachträglicher Einbau von Auszügen oder sollte man gleich eine neue Küche planen?
Das hängt vom Zustand der vorhandenen Küche ab. Nachrüstsysteme aus dem Baumarkt oder Fachhandel sind deutlich günstiger und innerhalb eines Nachmittags montierbar, bieten aber meist weniger Tragkraft als werkseitig eingeplante Vollauszüge. Wer ohnehin eine Küchenerneuerung plant, sollte den Schrank über dem Kühlschrank gleich mit einplanen lassen.
Wie verhindert man, dass Gläser und Dosen beim Ausziehen des Korbs umfallen?
Eine rutschfeste Gittermatte als Unterlage und Trennwände, die den Korb in einzelne Fächer unterteilen, verhindern das Kippeln am wirksamsten. Zusätzlich hilft es, Gläser und Dosen in einer einzigen Reihe statt gestapelt zu lagern, damit beim Herausziehen keine Fliehkraft auf instabile Stapel wirkt.
Was macht man mit Gegenständen, die auch in diesen Schrank nicht hineinpassen?
Wenn selbst mit Auszügen und Trennern nicht genug Platz vorhanden ist, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme: Geräte, die seit Jahren nicht benutzt wurden, können aussortiert oder verschenkt werden. Für wirklich sperrige Saisonartikel, etwa die Weihnachtsbäckerei-Ausstattung, bietet sich stattdessen ein Lagerort außerhalb der Küche an, etwa ein Keller- oder Abstellraum.