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Türmatten und Fußabtreter richtig auslüften und waschen: So bleiben sie hygienisch

Von Mara Vogt, Redaktion

Türmatten und Fußabtreter richtig auslüften und waschen: So bleiben sie hygienisch

Türmatten und Fußabtreter: Warum regelmäßige Pflege nötig ist

Kaum ein Haushaltsgegenstand wird so stark strapaziert und so selten beachtet wie die Fußmatte vor der Tür. Sie sammelt Sand, Laub, Streusalz, Reifenabrieb, Hundekot-Reste und Feinstaub – und bleibt oft wochenlang feucht, weil sie zwischen zwei Türen oder unter einem Vordach liegt, wo Wind und Sonne kaum hinkommen. Genau diese Kombination aus organischem Schmutz und Restfeuchte ist ein idealer Nährboden für Bakterien, Schimmelsporen und Milben.

Anders als bei Teppichen im Wohnzimmer geht es bei der Türmatte nicht in erster Linie um Optik, sondern um Hygiene an einem Übergangspunkt, an dem täglich Schuhe, Pfoten und manchmal auch Kinderhände hindurchgehen. Wer die Matte nie lüftet oder wäscht, trägt Schmutz und Keime eher ins Haus, statt sie draußen zu halten – das eigentliche Ziel einer Fußmatte wird damit verfehlt.

Eine Kokosfaser-Fußmatte mit der Aufschrift 'HOME' und einem Herz liegt vor einer Haustür auf einer weißen Holzterrasse, davor stehen zwei Füße in Schuhen.

Wie oft sollte man Fußmatten auslüften und reinigen?

Eine feste Regel für alle Haushalte gibt es nicht – zu unterschiedlich sind Standort, Witterung und Nutzung. Als grobe Orientierung hat sich Folgendes bewährt:

  • Trockenes Ausklopfen und Absaugen: ein- bis zweimal pro Woche, bei starker Nutzung (Haustiere, Baustelle in der Nähe, Kinder) auch häufiger.
  • Auslüften an der frischen Luft: möglichst nach jedem Regen- oder Schneetag, mindestens aber einmal wöchentlich.
  • Gründliche Nassreinigung bzw. Waschen: je nach Material und Verschmutzungsgrad alle vier bis acht Wochen, in der nassen Jahreszeit eher häufiger.

Wichtiger als ein starrer Rhythmus ist der Blick auf die Matte selbst: Riecht sie muffig, fühlt sie sich auch nach Sonnentagen noch feucht an oder zeigen sich dunkle Flecken, ist das ein Signal, sofort zu handeln statt bis zum nächsten Wochenende zu warten.

Auslüften: Der unterschätzte erste Schritt

Bevor überhaupt ans Waschen gedacht wird, sollte Feuchtigkeit konsequent entweichen können. Viele Matten liegen an Stellen, die kaum Luftzirkulation bekommen – Hauseingänge unter Vordächern, Kellertreppen, überdachte Balkone. Genau dort staut sich Nässe am längsten.

So gelingt richtiges Auslüften

  • Matte hochkant gegen eine Wand oder ein Geländer lehnen, statt sie flach liegen zu lassen. So kann Luft von beiden Seiten zirkulieren.
  • Nach Möglichkeit an einen Ort mit Durchzug oder direkter Sonneneinstrahlung bringen – UV-Licht trocknet nicht nur, sondern wirkt zusätzlich keimreduzierend.
  • Bei Innenmatten (etwa im Windfang) regelmäßig ein Fenster in der Nähe öffnen, damit Feuchtigkeit abziehen kann, statt sich im Raum zu halten.
  • Nach starkem Regen die Matte für einige Stunden komplett von der Nutzungsstelle entfernen, statt sie nur beiseitezuschieben.

Gerade in der Übergangszeit im Frühjahr und Herbst, wenn es tagsüber mild, aber nachts feucht ist, lohnt sich ein Blick auf die Unterseite der Matte. Liegt sie auf Fliesen oder Stein, bildet sich dort oft Kondenswasser, das man leicht übersieht, weil nur die Oberseite kontrolliert wird.

Reinigung nach Material: Nicht jede Matte verträgt dieselbe Behandlung

Die Wahl der Reinigungsmethode hängt stark vom Material ab. Was einer robusten Kokosmatte nichts ausmacht, kann eine Gummimatte beschädigen oder einen Fußabtreter aus Textil dauerhaft verformen.

Kokosfaser-Matten

Kokosmatten sind der Klassiker vor der Haustür, weil sie grobe Schmutzpartikel besonders gut aus dem Schuhprofil kratzen. Sie vertragen:

  • Kräftiges Ausklopfen und Bürsten mit einer harten Handbürste, idealerweise gegen die Wuchsrichtung der Fasern.
  • Abspülen mit dem Gartenschlauch bei mäßigem Druck – ein zu starker Wasserstrahl kann die Fasern aus der Gummi- oder Kunststoffbasis lösen.
  • Kurzes Einweichen in lauwarmem Wasser mit einem Schuss mildem Allzweckreiniger, danach gründlich klarspülen.

Kokosmatten sollten nach dem Nasswerden nicht direkt in die pralle Sonne, da starke Hitze das Bindemittel an der Unterseite spröde machen kann. Besser: schattig, aber luftig aufstellen.

Gummi- und Vinylmatten

Diese Matten sind unempfindlich gegen Wasser und eignen sich am besten für stark beanspruchte Eingänge oder für den Wintereinsatz mit Streusalz.

  • Mit Wasser und einem milden Spülmittel abschrubben, anschließend gut abspülen, damit keine Seifenreste zurückbleiben, an denen sich neuer Schmutz festsetzt.
  • Bei hartnäckigem Schimmelbefall hilft eine Reinigung mit verdünntem Haushaltsessig; Chlorreiniger sind bei den meisten Gummimischungen nicht nötig und können Gerüche hinterlassen.
  • Nach dem Winter Salzreste besonders gründlich abwaschen, da Salz die Gummioberfläche auf Dauer angreifen und rissig machen kann.

Textile Fußabtreter (für den Innenbereich)

Fußabtreter aus Polyamid- oder Polypropylenfasern, wie sie häufig im Windfang oder Flur liegen, sind empfindlicher als Außenmatten.

  • Regelmäßiges Staubsaugen von beiden Seiten verhindert, dass sich Sand tief in den Fasern festsetzt und dort wie Schmirgelpapier wirkt.
  • Viele dieser Matten sind laut Herstellerangabe waschmaschinenfest bis 30 oder 40 Grad – das Pflegeetikett gibt hier die verbindliche Auskunft, nicht Erfahrungswerte aus anderen Haushalten.
  • Ist die Matte zu groß für die Maschine, hilft eine Handwäsche in der Badewanne mit mildem Feinwaschmittel und anschließendem gründlichem Ausspülen.
  • Nach der Wäsche liegend auf einem Wäscheständer oder über zwei Stühlen trocknen lassen, damit sich die Rückenbeschichtung nicht wellt.

Naturfaser-Teppiche und Sisal-Läufer im Eingangsbereich

Sisal und Jute sind optisch ansprechend, reagieren aber empfindlich auf Nässe – sie können sich verfärben oder einen unangenehmen Geruch entwickeln, wenn sie zu lange feucht bleiben.

  • Nur trockene Reinigung: Absaugen, Ausklopfen im Freien, bei Flecken punktuelles Abtupfen statt großflächigem Nasswischen.
  • Niemals in der Waschmaschine reinigen und nicht durchnässen lassen.
  • Bei Gerüchen hilft dünn aufgestreutes Natron, das über Nacht einwirkt und anschließend abgesaugt wird.

Nahaufnahme einer strukturierten grauen Gummi-Fußmatte mit feinem Fasergeflecht.

Ähnliche Naturmaterialien im Wohnbereich erfordern übrigens genauso viel Fingerspitzengefühl, wie unser Beitrag Kork- und Juteteppiche richtig reinigen, ohne sie zu beschädigen zeigt.

Schimmel, Gerüche und Milben: Woran es liegt und was hilft

Riecht eine Fußmatte modrig, ist das fast immer ein Zeichen für eingelagerte Feuchtigkeit in Kombination mit organischem Material – abgestorbene Hautschuppen, Erdreste, Blattpartikel. Diese Mischung bietet Schimmelpilzen und Bakterien gute Wachstumsbedingungen, besonders an schlecht belüfteten Standorten.

Auch Hausstaubmilben fühlen sich in dicken, textilen Matten wohl, da sie von Feuchtigkeit und organischen Rückständen wie Hautschuppen leben. Wer empfindlich auf Hausstaub reagiert, profitiert von kürzeren Reinigungsintervallen und einer möglichst trockenen Lagerung der Matte, wie sie auch für andere textile Wohnbereiche empfohlen wird.

Typische Ursachen für muffigen Geruch:

  • Die Matte wurde nass gereinigt, aber nicht vollständig durchgetrocknet, bevor sie wieder belastet wurde.
  • Der Standort liegt dauerhaft im Schatten oder ist durch ein Vordach vor Luftzirkulation geschützt.
  • Unter der Matte hat sich Feuchtigkeit auf dem Boden gesammelt, weil sie zu lange an derselben Stelle lag.

Was gegen Gerüche hilft:

  • Matte komplett trocknen lassen, bevor sie zurück an ihren Platz kommt – im Zweifel lieber einen Tag länger warten.
  • Den Boden unter der Matte mitreinigen und ebenfalls trocknen lassen, statt nur die Matte selbst zu behandeln.
  • Bei wiederkehrenden Gerüchen probeweise den Standort wechseln oder für mehr Abstand zur Wand sorgen, damit Luft zirkulieren kann.
  • Natron oder spezielle Teppicherfrischer helfen kurzfristig gegen Geruch, beseitigen aber nicht die eigentliche Ursache, wenn die Feuchtigkeitsquelle bestehen bleibt.

Zur allgemeinen Schimmelvermeidung im Haushalt gilt auch bei Fußmatten das gleiche Prinzip wie beim Lüften von Wohnräumen: kurze, aber kräftige Frischluftzufuhr ist wirkungsvoller als dauerhaft leicht geöffnete Fenster oder Türen.

Pflege je nach Jahreszeit

Winter: Salz, Split und Schneematsch

Im Winter sammelt sich in Matten häufig eine Mischung aus Feuchtigkeit, Streusalz und feinem Split. Diese Kombination ist besonders unangenehm, weil Salz die Trocknung verlangsamt – salzhaltige Feuchtigkeit verdunstet langsamer als reines Wasser. Deshalb in der kalten Jahreszeit:

  • Matten häufiger ausschütteln oder mit einem steifen Besen auskehren, bevor sich Salzkrusten bilden.
  • Nach Tauwetter besonders gründlich trocknen lassen, notfalls kurz ins Beheizte holen (etwa den Windfang), statt draußen bei Dauerfrost liegen zu lassen.
  • Bei Gummimatten das Salz regelmäßig abspülen, sobald die Temperaturen es zulassen.

Übergangszeit und Sommer: Pollen, Sand, Laub

Im Frühling setzen sich Pollen fest in den Fasern ab, was für Allergiker relevant sein kann. Im Sommer ist es vor allem feiner Sand, der beim Ausklopfen effizient entfernt wird. Häufiges, kurzes Ausklopfen ist hier oft wirkungsvoller als seltenes, aufwendiges Waschen.

Herbst: Laub und Nässe

Nasses Herbstlaub, das an Schuhsohlen kleben bleibt, hinterlässt Gerbstoffe, die zu dunklen Flecken führen können. Laubreste sollten möglichst zeitnah entfernt werden, statt sie in der Matte antrocknen zu lassen.

Häufige Fehler bei der Pflege von Fußmatten

  • Zu seltenes Wenden und Lüften: Wer die Matte wochenlang unangetastet an derselben Stelle liegen lässt, begünstigt Feuchtigkeitsstau von unten.
  • Falsche Reinigungsmittel: Aggressive Chlorreiniger oder stark parfümierte Produkte können Materialien angreifen und bei Haustieren oder Kindern Reizungen auslösen.
  • Zu frühes Wiederauflegen: Eine noch feuchte Matte zurück auf den Boden zu legen, macht die vorherige Reinigung teilweise zunichte, weil sich sofort wieder Feuchtigkeit staut.
  • Waschmaschinenwäsche ohne Etikettencheck: Nicht jede Innenraummatte ist maschinenwaschbar; eine beschädigte Gummibeschichtung nach der Wäsche lässt sich nicht reparieren.
  • Nur die Oberseite reinigen: Die Unterseite, die direkten Bodenkontakt hat, sammelt ebenso Feuchtigkeit und Schmutz an und wird dabei häufig vergessen.

Ein Kokosfaser-Fußabtreter mit der Aufschrift WELCOME liegt vor einer Haustür auf einem gemusterten Fliesenboden, während eine Person in schwarzen Schuhen darauf zugeht.

Wer beim Thema Textilpflege ohnehin am Ball bleiben möchte, findet in Gardinen und Vorhänge richtig waschen und trocknen: So bleiben sie knitterfrei weitere hilfreiche Tipps für den Haushalt.

Wann sich eine neue Matte lohnt

Selbst mit guter Pflege hat jede Fußmatte eine begrenzte Lebensdauer. Anzeichen, dass ein Austausch sinnvoller ist als weitere Reinigungsversuche:

  • Anhaltender muffiger Geruch, der auch nach gründlichem Waschen und vollständigem Trocknen wiederkehrt.
  • Sichtbare Verformungen, ausgefranste Ränder oder eine rissige, brüchige Unterseite bei Gummimatten.
  • Deutlich nachlassende Schmutzaufnahme – die Matte „gibt“ den aufgenommenen Schmutz beim Betreten eher wieder ab, statt ihn zu halten.
  • Verfärbungen oder Schimmelflecken, die tief in die Fasern eingedrungen sind und sich nicht mehr entfernen lassen.

Eine neue Matte ist in solchen Fällen hygienischer und oft günstiger als der wiederholte Zeitaufwand für eine Reinigung, die keinen dauerhaften Erfolg mehr bringt.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Fußmatten einfach in der Waschmaschine waschen? Das hängt vom Material ab. Kleinere, dünne Textilmatten mit rutschfester Unterseite sind laut Pflegeetikett oft maschinenwaschbar, meist bei 30 bis 40 Grad im Schonwaschgang. Kokosmatten, Gummimatten und große Naturfaserläufer gehören nicht in die Maschine, da sie die Trommel beschädigen oder selbst kaputtgehen können.

Wie bekommt man Schimmel von einer Fußmatte weg? Bei Gummi- oder Kunststoffmatten hilft meist eine Reinigung mit verdünntem Essig oder einem milden Reiniger, gefolgt von vollständigem Trocknen an einem gut belüfteten Ort. Bei textilen oder Naturfasermatten ist Schimmel schwerer vollständig zu entfernen, da er sich tief in die Fasern setzen kann – in hartnäckigen Fällen ist ein Austausch sinnvoller als wiederholtes Behandeln.

Warum riecht die neue Fußmatte schon nach kurzer Zeit unangenehm? Meist liegt es nicht an der Matte selbst, sondern am Standort: Fehlt Luftzirkulation, bleibt Feuchtigkeit von Regen oder feuchten Schuhen zu lange eingeschlossen. Häufigeres Hochstellen und Lüften löst das Problem oft schon ohne zusätzliche Reinigungsmittel.

Muss man den Boden unter der Fußmatte auch reinigen? Ja. Unter Matten, die selten bewegt werden, sammeln sich Feuchtigkeit und Schmutz auf dem darunterliegenden Boden. Wird nur die Matte gereinigt, der Boden aber nicht, kann sich die Verschmutzung schnell wieder auf die frisch gereinigte Matte übertragen.

Wie trocknet eine Fußmatte am schnellsten, ohne beschädigt zu werden? Am schonendsten ist es, die Matte senkrecht aufzustellen, damit Luft von beiden Seiten zirkulieren kann, kombiniert mit einem schattigen, aber luftigen Platz. Direkte, starke Hitzequellen wie Heizkörper oder pralle Mittagssonne sollten bei Materialien mit Gummi- oder Kunststoffrücken vermieden werden, da diese spröde werden können.

Quellen

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